Dienstag, 29. Juli 2014

...den Mann im Mond besuchen


Unser Anker-Track

Vor Anker Magerö, Samstag, 19. Juli 2014
Wie angekündigt heute schwachwindig. Ideales Wetter zum Ankern. Wir sammeln unsere Räder ein, machen Reinschiff und schauen uns die von norwegischen Nachbarn empfohlene Gegend um die Bucht von Hvasser an. Den viel gepriesenen Ankergrund mit Strand (Furusand auf Sandö) lassen wir allerdings wegen Übervölkerung an stb liegen; die etwa 2 sm nordsüdlich verlaufende Hvasserbucht nebenan ist wenig "schärig" und zu geschäftig für unseren Geschmack. So legen wir uns weiter nördlich in der Bucht südlich von Magerö vor Anker. Es gibt Blaubeeren als "Kaffeebrot", und die Frau Kapitän macht sich gleich daran, fürs nächste Frühstück Brot zu backen. Aber auch hier prägen — wenn auch vor felsigerer Kulisse — zivilisatorische Vergnügungen die Atmosphäre: Rasende Motorböötchen ziehen kreischende Bikini-Mädchen auf Luftmatratzen hinter sich her, die in scharfen Kurven grölend ins Wasser fallen und wieder eingesammelt werden müssen... 

Mit der späten Dämmerung kehrt Ruhe ein. Um 00:30 ist im Osten ein orangefarbener abnehmender Mond aufgegangen, der durchs Fernglas so fett und dreidimensional aussieht, als könnte man übers Wasser hinüberspazieren und dem Mann im Mond einen Besuch abstatten. (Der Anblick ist so aufregend, dass die Frau Kapitän den Herrn Kapitän eigens dafür weckt)

Und sonst:
- Riesenfeuerqualle mit ca 2,50m langen Fäden gesichtet
- der inzwischen getrocknete selbst geerntete Kelp schmeckt köstlich
- knapp 40m Ankerkette gesteckt
- schon tagsüber "Magritte-Wölkchen" am Himmel: unten dunkelgrau, oben hell

Montag, 28. Juli 2014

Planet Erde


Verdens Ende, Freitag, 18. Juli 2014
Wir wachen zu einem hellen Halbmond im Westen und der schon prallen Sonne im Osten auf. Dieser Anblick gibt ein planetarisches Gefühl. Von der Badestelle ernten wir Kelp. Das Pflücken von Nahrung aus der Umwelt gibt ein paradiesisches Gefühl. Über der Ukraine wurde ein Flugzeug der Malaysia Airlines abgeschossen. Etwa dreihundert Menschen mussten ihr Leben lassen. Die Verantwortung dafür schieben die ukrainische Regierung und prorussische Separatisten sich gegenseitig zu. Diese Nachricht spaltet Gefühle in Splitter, die überhaupt nicht zusammen passen.

Über den Tag puzzeln wir am Boot rum. Die letzte Segellatte muss abgefeilt und in die Tasche gesteckt werden usw., und die Frau Kapitän hat (immer noch :-( Buchkorrekturen... Radtour zum Supermarkt, ca 14km hin und zurück. Zum Abendbrot gibts Grillen auf dem Berg und "Oh du stille Zeit" im alten Leuchtturm, als Duett, da wir unseren Chor gerade nicht dabei haben. Der alte Leuchtturm, in dem man sich zu zweit gerade mal umeinander drehen kann, hat einen besonders guten Klang! Eine Passantin aus Berlin bedankt sich für "das schöne Geschenk zum Abschluss des Tages". Bitte schön :-)  

Wind:
- N1

Und sonst:
Das Steinhäuschen oben auf dem Berg mit dem Korb auf der Spitze ist ein historischer Leuchtturm. Der Korb wurde heruntergelassen und mit brennendem Feuer wieder hochgezogen

"Stand by your man!"

Aktuelle Web-Cam Aufnahme mit Drifter 

Verdens Ende, Donnerstag, 17. Juli 2014
Wie vorhergesagt brist es im Laufe des Vormittags kräftig auf. Aus romantischen Gründen fühlen wir uns "eingeweht am Ende der Welt". Unterwegs sind wir ständig damit beschäftigt, unsere Existenzgrundlage — das Schiff — zu sichern, zu pflegen, zu verteidigen... Wir sichern uns durch eine zweite Heckleine ab, da die freigewordenen Plätze in den Wind und längsseits der Piere schneller wieder besetzt sind, als wir mit dem Aufwachen hinterher kommen. Neuankömmlinge werden gerne entgegengenommen, auch der Nachbar ist immer gleich zur Stelle. Ein Norweger wird beim Anlegen auf unser Schiff getrieben. Gut, dass der Nachbar, der die Vorleine übernommen hat, in die richtige Richtung zieht (bei dem aktuellen  Wind nach achtern, sodass die Leine zur Vorspring wird), und gut auch, dass das norwegische Dingi günstig dazwischen zu liegen kommt; das ist besser als Fender, deren er gar keine ausgebracht hatte. Auch sonst lässt die Vorbereitung für den Anleger zu wünschen übrig. Die Frau des Skippers sollte im letzten Moment die Achterleine durch die Heckboje ziehen und an Bord belegen, weiß aber offensichtlich nicht, wie der entsprechende Knoten geht. Nun muss es ja auch noch schnell gehen; sie hat aber gar keine Peilung und lässt (mit entnervter Miene) die Leine einfach sausen!  "Stand by your man", denkt die Frau Kapitän, während der Wind in das kurze Röckchen der barfüßigen Frau greift und ihr bis auf einen Stringtanga nacktes Hinterteil entblößt, was — wenngleich es ein ansehnliches Teil ist — jetzt bei dem schwierigen Anleger seltsam deplaziert und ein bisschen traurig wirkt. Auf Nachfrage erfahren wir vom Skipper, dass die Leute gerade eine Nachttour von Oslo hinter sich haben und totmüde sind. 

Wind und Wetter:
- WSW 3-4, im Verlauf des Tages W, zunehmend 5-6 Bft, bis ca 23:30; dann fällt uns plötzlich auf, dass der Wind von jetzt auf gleich nachgelassen hat. Stille. 
- Ein Zwischentief zieht heran. Der Luftdruck steigt langsam. Das Tief füllt sich auf.

Am Ende der Welt

Der Chinese gegenüber, bei Tag

Havnebakken nach Verdens Ende, Mittwoch, 16. Juli 2014
Der Wind, Stockhausens Erste Geige, hat ausgeblasen. Der Chinese ist auch bei Tageslicht immer noch der Chinese, das kleine Arschloch aber ist verschwunden. Wir verabschieden uns gebührend vom Chinesen, dessen Gegenwart respekteinflößend war, und machen uns auf den Weg, wieder mal gegen den Wind. 

Als wir aus dem Tjöme-Fjord rauskommen, steht trotz des aktuell wenigen Windes (ca 12-14kn) eine hohe Dünung. Die Wassertiefe beträgt in der Gegend um die 100m, aber es gibt zahlreiche Untiefen, wo der Meeresgrund unvermittelt steil ansteigt. Darüber fegt jetzt die Gischt. Das Fahrwasser verläuft in Kurven, wir müssen auf manche Untiefen zuhalten, um dann kurz vorher scharf abzubiegen, und die Drifter rollt in der Dünung hin und her, was das Kurshalten erschwert. So wird die Anfahrt auf Verdens Ende eine kitzelige Angelegenheit, die höchste Konzentration erfordert. Ohne Plotter im Cockpit, nur mit Karte, hätten wir uns das vielleicht nicht getraut, obwohl wir alle Tonnen und Spieren gut erkennen können. Aber gerade Wege von Tonne zu Tonne gibt es in diesem Fahrwasser nicht, und alle Tonnen müssen mit gebührendem Abstand passiert werden. Als wir des Ortes ansichtig werden, ist die Freude um so größer, dass wir durchgehalten haben. Hier liegen zuhauf ganze Ahnenclans aus Stein im Wasser herum und schlafen den Schlaf der Gerechten. Im Restaurant auf dem Berg gibts uneingeschränkte Aussicht über das Skagerrak bis zum Horizont und köstliche, frische Nahrung für hungrige Seefahrer.

Wind:
- S1

Und sonst:
- Die Dünung, in der wir hergerollt sind, ist von oben nicht zu erkennen
- Unser Hafenhandbuch weist diese Gegend als eine mit gefährlicher Wellenbildung aus.
- Verdens Ende IST das Ende der Welt

Ach du dickes Ei...


Der Chinese gegenüber (... und das kleine Arschloch)

Der Chinese gegenüber, am abend 

Tönsberg nach Havnebakken, Dienstag, 15. Juli 2014
Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Da es in den nächsten Tagen schwach windig sein soll, wollen wir eigentlich in einer der unzähligen schönen Buchten vor Anker gehen. Dann aber wieder typisch für die Fjorde: entweder Hack auf die Nase oder gar kein Wind von achtern. Heute Ersteres. Deswegen haben wir schon vor dem Ablegen aus unserer unmöglichen Kuschelecke (souveränes hin-und-her-und-so-rum-und-so-rum-und-vor-und-zurück-Manöver des Hr. Kapitän mit öffentlich bekundetem Beifall von Kollegen aus der Heimat :-) einen kleinen Hafen ausgesucht, zu dem wir uns mit Heinz verholen: Havnebakken. Hier gibt es gleich helfende Hände an der schon etwas maroden Pier und keinen Tourismus whatsoever, somit auch keinerlei Versorgung. Macht nix. Umso stiller ist es, und umso ernster schaut "Der Chinese" gegenüber drein, ein Felsen, in dem auch ein "Kleines Arschloch" wohnt, das sich in der Abendstille einen Ast ablacht.

Wind:
- S 5 Bft, in Böen 6

Und sonst:
- Selbst in Vorbeifahrt auf See gratulieren Norweger uns zum WM-Sieg: "Huhu!", suchen sie unsere Aufmerksamkeit und winken, "C-O-N-G-R-A-T-U-L-A-T-I-O-N-S!"
- Spaziergang bis zum Ende der Landzunge (noch nicht das Ende der Welt), wo private Hütten und Häuschen in Felsnischen, an und auf die Steine gebaut sind 
- Zur guten Nacht wieder Stockhausen, wie er leibt und lebt und dann einschläft
- Die Drifter rollt im leichtesten Wind und wiegt uns sachte in den Schlaf

Arbeitstag


Tönsberg, Montag, 14. Juli 2014
Uff. Wir erleben fast jeden Tag eine neue Überraschung mit dem Schiff, das wir erst noch richtig kennen lernen müssen. Heute wacht der Herr Kapitän davon auf, dass es ihm auf die Füße regnet. Hng. Ein undichtes Schiff fühlt sich nicht gut an, auch wenn das Nass von oben kommt! Ein Anruf beim Schiffsbauer ergibt den Verdacht, dass es durch den Kompass regnet. Stimmt, der ist undicht, hat nicht genügend Gummierung. Dieser Mangel wird schnell und leicht behoben, und unterwegs findet der Hr. Kapitän auch noch einen Segelmacher, der unser angeschlagenes Großsegel repariert: neue Segellatten vermisst, die verlorenen Stücke ergänzt, die Tasche neu vernäht, und eine neue (gelbe) Leine gibts auch. So lernen wir, das Groß abzuschlagen und wieder anzuschlagen, denn dafür hat der Segelmacher keine Zeit. Keine große Sache, wir brauchen etwa 1,5 Stunden und freuen uns darüber, wie leicht das geht. Wir schauen ihm bei der Arbeit über die Schultern und erfahren viel Neues, z.B. über das Gestänge. Die Latten sind per se immer gestückelt und oben aus steifem Carbon, unten aus weniger anspruchsvollem Material. (Daraus kann die Frau Kapitän nun rückwirkend schließen, dass die Latten nach dem Winterlager falsch herum eingesetzt waren, denn beim Mädelstörn, als es so geblasen hat, sahen die anderen Mädels zwei "schwarze Teile" wegfliegen, ohne allerdings erkennen zu können, was es für Teile waren. 

Wir betrachten diesen Tag als einen geschenkten Arbeitstag, der uns wieder mehr Sicherheit gibt. Nicht nur vom exzellenten Service sind wir beeindruckt, sondern auch davon, dem sehr kompetenten Segelmacher Hans Peter Lundgaard bei der Arbeit zuzusehen. Er ist gerade hierher umgezogen, um auch für Laufkundschaft bequem erreichbar zu sein, denn er ist nicht nur Selgelmachenr, sondern verkauft auch Leinen und Schekel usw. Und: "People are not used to seeing other people work anymore ", sagt er lachend. "We seem to live off each others hair!"

Wetter:
- die halbe Nacht Regen

Und sonst:
- Ausnahmslos alle Norweger, die an unserem Schiff vorbeikommen, gratulieren zum WM-Sieg :-)
- Der Segelmacher Hans Peter Lundgaard hat uns  pronto geholfen (ohne Aufschlag). Deshalb hier die Empfehlung:

Akerseil
Seil, Rigg & Batutstyr
Örsnesallèen
3120 Nötteröy
Fon 90512505
www.akerseil.no

- Wiederum hilfsbereite Norweger an der Pier: ein Ehepaar packt kräftig mit an, als wir das Groß abschlagen und zum Segelmacher tragen...

Weltmeister!

Strahlenwesen

Tönsberg, 13. Juli 2014
Alle Norweger, mit denen wir bislang gesprochen habe, erzählen von längeren Auslandsaufenthalten oder Reisen, die sie unternommen haben, oft zu Schiff. Sie sind ein weltoffenes und stolzes Völkchen. Volksstolz ist für uns Deutsche ein interessantes, aber beängstigendes Phänomen. Bei wiederholter Beobachtung fällt der Frau Kapitän auf, dass es eigentlich schön wäre, etwas von der Unbefangenheit der Norweger beim Stolz-Sein zu haben. 

Im Verlauf des Tages deutliche Abkühlung, am Nachmittag regnerisch. Wir puzzeln so rum. Der Herr Kapitän vollbringt eine Heldentat: er ersetzt die dünne Steuerbordleine der Davits und macht zur belohnung eine Radtour, während die Frau Kapitän what am Buch korrigiert.

Ansonsten fiebern wir auf das Endspiel hin, das wir auf der Hafenmeile kucken, in einem Restaurant mit Gitarre als Logo. Dort hat man im ersten Stock weiße Papiertischdecken aufgelegt, darauf Popcorn und Chips. Es herrscht eine gespannte Aufregung. Einige wenige Argentinienanhänger gehen in der Mehrheit derer unter, die für unsere Jungs die Daumen drücken. Weltmeister! Das klingt nicht nur gut, sondern fühlt sich auch angenehm an, zumal alle Norweger uns nach dem Spiel zu unserem Sieg gratulieren, als hätten wir selbst mitgespielt, (und einige Holländer auch). Schade, dass die Argentinier so schlechte Verlierer sind. Mit verschränkten Armen und finsteren Mienen steht die Mannschaft geschlossen da, inklusive Trainer, und wettert die Deutschen ab, die mit offenen Armen auf sie zugehen. Nachdem Messi mit düsterem Blick die Hand von Schweinsteiger (oder war es Neuer?) angenommen und wieder losgelassen hat, spuckt er verkniffen aus! Das Spiel zu sehen hat großen Spaß gemacht. Die deutsche Manschaft hat verdient gewonnen, schon wieder ein anderer Torschütze (Mario Götze).  Ihre Strategie ging auf, die anderen hatten keine großen Einfälle. 

Wind:
N2, später umlaufend 1

Und sonst:
Verlust eines Thermometers zu beklagen

Samstag, 26. Juli 2014

"Reiche haben dicke Fender..."


Samstag 12. Juli 2014, Frederikstad nach Tönsberg
Schon um 9:00 wissen wir: Die 14:00 Brücke haben wir wegen lang schlafens verpasst.  Eine Möwe hat in vorauseilender Kommentierung auf die Frau Kapitän und den Niedergang geschissen, mit Durchschlag in die Lounge — Dünnschiss. Die Frau Kapitän ekelt sich, der Herr Kapitän meint: "Das bringt Glück!" Bei Ausfahrt kommen uns ein paar amtliche Tallships entgegen.  

Wir segeln, was der Wind hergibt. Queren das VTG (Verkehrs-Trennungs-Gebiet) in unerlaubt spitzem Winkel, weils gerade geht. Bei Einfahrt in den Tönsbergsund passieren wir ein  beachtlich großes Privatgrundstück mit überdachter Steganlage, wo wir ein paar außergewöhnlich dicke Fender zu sehen kriegen. Sie hängen an einem knallroten Zossen in Geschossform, der eine Requisite aus einem Bond-Film sein könnte. Wir vermuten einen männlichen Besitzer mit Harem. "Reiche haben dicke Fender!"

Der Hafen wie erwartet sehr voll, aber jemand bricht gerade auf, und so gehen wir an den frei werdenden Platz längsseits der Pier zu Füßen des Slotfjellet (Schlossberg),
Oben Slotfjellet
wo sich gleich zwei Boote zu uns ins Päckchen legen, kaum dass wir fest sind. Das Softeis auf der Hafenmeile kostet 40 NOK (ca 5€), in der "2. Reihe" beim Supermarkt 10 NOK, (ca 1,30€). "PFF!" 

Zum Abendbrot [Sphaghetti-Polonaise]. Das Spiel um den 3. Platz zwischen Holländern und Brasilianern ist einfallslos und enttäuschend wie gehabt. Die Abendbesetzung in den Restaurants und Bars entschädigt allerdings satt: die Schau! (Überirdische und unterirdische Gestalten in ausgewogenem Kontrastprogramm, wie ein schlecht vorbereitetes Improvisationstheater) 

Wetter:
- SE2, W2, abnehmend 1, später S 1-2
- um 2:30 wieder eine helle Stratusbewölkung im Norden, heute  mit mehr Farbe (Orangetöne) und weniger Schwung 

Und sonst:
- Wir müssen drauf achten, dass wir nicht aus Versehen "afgiftfri" Diesel tanken! (Sonst wirds später zuhause ggfls. teuer)
- Funke macht doch, wofür sie da ist: sie funkt-ioniert

Dienstag, 22. Juli 2014

"I've called my mother"


Freitag 11. Juli 2014, Frederikstad

Der Morgen beginnt mit täglichen Verrichtungen: Wäsche waschen, auf- und abhängen, Spülen, Klarschiff machen und: Knäckebrot-mit-Avocado-und-Shrimps-Auflage-essen-ohne-dass-es-bricht...

So nach und nach trudeln einzelne Tallships ein. Schwätzchen mit zwei jungen Holländern, die gerade gelandet sind; nicht nur die Norweger sind gesprächig. Diese kleinen Konversationen mit fremden Menschen hier und da zaubern ein wunderbar offenes Lebensgefühl in den Tag und geben die Gewissheit, zu einer erfolgreichen Spezies zu gehören...

Ein junger Hafenmeister bringt Infos über die nächste Badestelle, nach der der Herr Kapitän ihn gefragt hatte. Zunächst musste er passen, aber eine viertel Stunde später: "I've called my mother", freut er sich nun selber darüber, dass er behilflich sein kann. Wohl dem, der eine Mutter hat! 

Radtour zur Badestelle auf Langöya. Riecht lecker. Die Landschaft sieht aus wie eine Mischung aus schwedischer Ostküste, Kanada und den Dandenongs im Lande Oz. Wir können Landschaften vergleichen, weil wir schon viel rumgekommen sind. Was für ein Glück!

Absacker auf der Hafenmeile. Ein paar Tallships mehr, aber die ganz großen sind noch nicht eingetroffen. Wir landen auf der Terrasse  einer etwas unterirdischen Kneipe mit Charakteren wie aus der Adams Family und freiem Blick auf die Hafenpromenade. Manch ein Zeitgenosse ist schon so hacke, dass er/sie schon wieder aufrecht gehn kann! Aus jedem Loch dröhnt ein anderer Beat...

Um 1:30  leuchtet der Norden silbergrau. Der Himmel ist in großen Schwüngen mit fluoriszierenden Wolken überzogen, als hätte ein überirdischer Maler sie mit Licht auf den Himmel gepinselt. 

Wetter:
- um 11:30 beträgt die Lufttemperatur 32°C
- Wind S 1-2
- Vollmond mit Engelsflügeln
- Um 1:30 leuchtet der Himmel im Norden silbergrau

Und sonst:
- Keine Feuerqualle an der Badestelle (Wasser zu süß? Oder kommen sie gegen die Strömung des Glomma nicht an?)
- Der Herr Kapitän erzählt die Geschichte vom norwegischen Nationalfeiertag, an dem Norweger kein Verständnis für Ignoranten haben...: "Why don't you drink?!"
- Im Vinmonopolet wird einem die Droge von blau behemdeten Staatsbeamten ausgehändigt. 
- Die Einkaufsstraße hat Rückseitencharakter

"Kein Bargeld und die Kirchen abgeschlossen!"

Pranger in Gamleby

Donnerstag, 10. Juli 2014, Frederikstad

In Norwegen tauscht keine Bank der Welt mehr Bargeld in Landeswährung um. Was soll aus uns werden, wenn wir alles mit Plastikkarten bezahlen sollen?! Alle Häfen haben auf Automatenwirtschaft umgestellt. Den klassischen Hafenmeister gibts nicht mehr...Und die Kirchen sind abgeschlossen. 

Wir machen Reinschiff, Korrekturen am Buch (Frau Kapitän), Besorgungen (Herr Kapitän). Die Mittagshitze wettern wir unter Deck ab. Nachmittags Ausflug zum Gamleby, einer gut erhaltenen Festung, gegründet 1567 von Frederik II. Die historischen Kanonen sind dieser Tage auf die Seerosen gerichtet.
Kanonen auf Seerosen...

Wetter:
- um 19:25 zeigt unser Thermo noch immer 28°C Lufttemperatur an
- Wind ESE 1-2
- Hitzekollaps Fr Kapitän

Und sonst:
- Mittags Abwettern von 30°C unter Deck 
- Wie schnell alles dem Staub anheimgegeben ist! Im Gegenlicht flirrt die Luft von Partikelchen...
- "Norwegen ist das Kanada Europas!"
- Die Möwen lachen sich n Ast ab
- Wiegt Salzwasser schwerer als Süßwasser?
- Schiffsfrauentip: Wäsche immer auf links an die Reling hängen. Dann ist sie nicht gleich ganz verdorben, wenn eine Möwe drauf kackt

Strom gegen Wind und eine stinkende Visitenkarte...

Mittwoch, 9. Juli 2014, 
Nord-Koster nach Frederikstad
Derlei Symmetrien zu entdecken macht glücklich...


Aufgewacht mit demselben ungläubigen Gefühl über den 7:1 Sieg wie gestern beim zuschauen. 

Ableger unter erschwerten Bedingungen, aber gut gelaunt und gut geplant. Wir haben 18 kn aus SE, also von der Seite. Unsere Achterleine hat noch einen Knoten, da wir sie gestern verlängern mussten. Ein kräftiger Zeitgenosse an der Pier hält die Vorleine bis zum letzten Moment, sodass wir uns weit genug rausziehen können, um den Knoten zu lösen. Der Mann  trägt auch Schuhe, im Gegensatz zu allen anderen, die helfen könnten. (Man muss sich seine Helfer schon gut aussuchen! Das verschlafene barfüßige Mädel vom Nachbarschiff qualifiziert sich jedenfalls nicht...)
Draußen bläst es ebenfalls kräftig. Wir machen gut Fahrt nur mit  der Fock; als der Wind etwas nachlässt, nehmen wir ein gerefftes Groß dazu. 

Die norwegischen Seekarten sind gewöhnungsbedürftig. Man muss die Tonnen mit der Lupe suchen. Detailkarten gibts nicht. Im Fjord geben wir deshalb Heinz, unserem Motor, eine Chance, zwecks besserer Sicht, obwohl segeln schöner wäre. Aber Orientierung geht vor, denn was nutzt schon schöner segeln on-the-rocks? 

Je weiter wir in den Sund hinein kommen, desto stärker wird die Strömung, zunächst  2, vor dem Abbieger und der Brücke dann 3 Knoten. Das Wasser ist kabbelig, Wind gegen Strom. Wir passieren zuerst den Industriehafen von Frederikstad, eine stinkende Visitenkarte und Gastgeber einer Zeitreise: die Industrie stammt aus dem vorigen Jahrhundert.

Vor der Brücke warten wir auf die Öffnung um 18:00. Ob unsere Funke funktioniert, wissen wir nicht: wir kriegen keine Antwort von der Brücke. Der Herr Kapitän erreicht aber telefonisch jemanden.
Alle Häfen der Stadt werden frei gehalten 
für das Eintreffen der tallships...
Unterdessen führen wir ein interessantes Gespräch mit dem Hafenmeister, der für heute auf dem Weg nachhause und generell mit den Vorbereitungen für das Tallships-Race in den nächsten Tagen und darüber hinaus mit seiner dreijährigen Weltumsegelung beschäftigt ist. 

Kurz nach 18:00 werden alle Brücken für uns geöffnet und wir legen uns längsseits der Pier im vom Hafenmeister empfohlenen neuen Hafen hinter der letzten Brücke, der noch auf keiner Karte verzeicnet ist. Mitten in der Woche ist hier freie Auswahl.

Auf unser Abendbrot müssen wir leider eine geschlagene Stunde warten, weil die Jungs in der Küche von der Bude an der Pier, die wir uns ausgesucht haben, völlig überfordert sind...

Argentinien/Holland geht 4:2 aus, durch Elfmeter-Schießen. Ein einfallsloses Spiel; alle Leistungsanforderungen lasten auf den Schultern der Diven: mal versuchts Robben, mal Messi; während der Spielzeit versenkt keiner den Ball im Tor. 

Wetter:
um 9:25 sagt unser Thermo 28°C
Wind heute: morgens SE 4-5 Bft, Mittags SE 6, in Böen 7 Bft

Und sonst:
- Dingi-fahren können wir knicken, wegen der Strömung des Glomma (die beträgt 3kn, manchmal sogar 5 kn) . Der Hafenmeister erwähnte zwei Strömungen, die hier zu beobachten sind: die Oberflächenströmung vom Fluss, und in etwa 5 Meter Tiefe strömt Salzwasser von See dagegen. Dementsprechend brodelt das Wasser stellenweise.

- aktueller Wasserverbrauch: 1/2 Tank in 3 Tagen

- die durchschnittliche norwegische Straßenschlampe wiegt etwa 20kg mehr als das allgemeine deutsche Boxenluder


Samstag, 19. Juli 2014

Halbfinale!


Dienstag, 8. Juli 2014, Nord-Koster

Nachts Regen. Der Morgenhimmel von Süden her dunkel und grau. Im Laufe das Vormittags klart es auf. Vierstündige Nord-Insel-Erkundung zum Baden und Leuchttürme-besuchen. Die Sicht ist nicht berauschend, der Horizont liegt im Dunst. Aber wir wissen: da oben liegt Oslo, dort drüben Strömstad usw. Am Strand hören wir das Rascheln einer leichten Brise im Schilf und kommen an einem Urahnen vorbei.
Ich lieg hier so rum und denk nach...
Der Abstieg von der Höhe der Leuchttürme sportlicher als gedacht. Die Frau Kapitän erleidet einen kleinen Hitzezusammenbruch, während der Herr Kapitän zur Höchstform aufläuft, Wäsche wäscht UND spült. Ui...

Zum Abendbrot und Fußball-Kucken ins Sibirien Restaurang, wo schon die besten Plätze reserviert sind. Die Leinwand ist aber groß genug, und bald trauen wir unseren Augen nicht mehr, denn auf die Brasilianer hagelt es Tore wie im Handball! Was ist da los?! Unsere Jungs wie losgelassen, verlangsamen den brasilianischen Angriff der ersten Minuten und dann setzt es was. In der 85. Minute lassen sie ein Ehrentor zu, das Spiel endet 7:1. Unfassbar. Die Brasilianer weinen, sie wussten wahrscheinlich gar nicht, dass es sowas für sie gibt. Und unsere Mannschaft — was für ein Team! 7 Treffer von 5 verschiedenen Torschützen. Das begeistert selbst Laienfußballfans wie die Frau Kapitän.

Wetter:
Wassertemperatur um 13:00 Uhr: 18°C
Lufttemperatur Nachmittags 32°C; um 1:30 (Nachts) 23°C

Und sonst:
Die Frau Kapitän nennt Schürrle "Der Engländer", weil er so schmale Lippen hat und bissig aussieht; der Herr Kapitän nennt ihn "Der Terrier"

Faszinierend schlichte Mechanik eines Tores:


Olivenöl, Hirschgeweihe und ein Elefantenrüssel

Ich wohne im Strandkanten und schaue 
blicklos über den Hafen...

Montag, 7. Juli, Nord-Koster

6:00 früh. Kleine Wellen lecken am Heck. Der Wind hat auf SE gedreht, unser Heckanker hält nicht. Manöver tut not. Im Ankergrund ist es zwischen all den anderen Schiffen zu eng. Die Rudergängerin sieht absolut nichts im grellen Gegenlicht, die Sonnenbrille wird zum unentbehrlichen Arbeitsgerät! Wir müssen eine Entscheidung treffen: jetzt gleich los oder den Heckanker am alten Platz nochmal neu ausbringen? Da wir die Insel noch gar nicht richtig genossen haben, entscheiden wir uns für Letzteres. Passt. Kurz darauf wird allerdings gegenüber eine Lücke an einer der begehrten Heckbojen frei. Diese Gelegenheit gibts nur einmal. Noch vor dem Frühstück verholen wir uns nochmal. An diesem Steg geraten wir in eine norwegische Enklave aus freundlichen Motor- und Segelbootfahrern. Alle nehmen Leinen an und arbeiten kräftig mit — und das alles noch vor dem Frühstück. Zum Dank für den Einsatz bringt die Frau Kapitän mit dem Dingi noch eine extra Leine für einen Nachbarn an die Heckboje. So bekommt das gesamte Päckchen größere Stabilität. Nach dem frühen Aufstehen und dem ganzen Manövern ist nun ein Mittagsschlaf fällig. 



Den ganzen Tag über ist es zugezogen und regnet immer wieder. Ein idealer Tag für eine längst überfällige Strafarbeit: die Klebreste am Dingi müssen weg! Mit Olivenöl (Tip von E) schrubbt die Frau Kapitän gefühlt stundenlang am Gummi rum, bis der größte Teil der Schlamperei verschwunden ist. Zur Belohnung riecht das Dingi nun sehr appetitanregend! Am Spätnachmittag machen wir einen Dingiausflug auf die Südinsel und finden heraus, dass im "Sibirien Restaurang" morgen Fußball gezeigt wird. Klar, dass wir in diesem Fall noch einen Tag dran hängen. Dann können wir nicht nur unseren Jungs beim Gewinnen zuschauen, sondern — falls der Himmel aufreißt — auch noch unsere Blicke 360° über Norwegen und schEDEN schweifen lassen. Verzauberter Spaziergang zur Badestelle: Bäume wie Hirschgeweihe und Elefantenrüssel. (Der rastlose Geist will immer was erkennen :-) Moos- und flechtenbewachsene Bäume, der Anblick mischt sich mit dem würzig süßen Schären-Duft. 

Abendbrot gibts im "Strandkanten" mit Blick über den Hafen, einer unfassbar rödeligen Bude, überladen mit hysterisch lachenden
"Uwhaaaaaa!"
Eisenfröschen, Blechvögeln und wackelnden -zwergen, Steinen, Muscheln, einer blicklosen Brille aus Pfeifenreinigern ... Von einer Schwedin mit sehr robustem Kleinkind erfahren wir, dass auf der Nordinsel ca. 50, auf der Südinsel ca. 200 Menschen wohnen. Die Schule, so bedauert sie, wurde letztes Jahr geschlossen. Die etwa 13 Kinder verschiedener Altersklassen haben nun einen etwa 40 minütigen Schulweg nach Strömstad.  

Und sonst:
Borduhr um 2:50 stehen geblieben.

Der Herr Kapitän will gerade dem Gitarristen von den Living Rooms eine Mail schreiben: "Miss the band", da bekommt er eine Mail vom Gitarristen: "Miss the band!"

textet 3 Strophen für "Marie"

Der Mond steht am hellen Abendhimmel


Die angekündigte Kaltfront zieht durch


Samstag, 12. Juli 2014

Abendfeuchte


Sonntag, 6. Juli, Fjellbacka — Nord-Koster
Wasser tanken ist eine aufwändige Aktion. Der Schlauch, so lang wie der Steg, kommt vom anderen Ende, ca 70m weit weg. Solche scheinbar profanen Verrichtungen geben einem Fragen auf und ein wachsendes Bewusstsein für den Verbrauch von Ressourcen. Wasser ist kostbar. Unsere 400 L reichen etwa 1-2 Wochen. Der Lebensstil in unserem westlichen Kulturkreis zieht auch eine horrende Müllproduktion nach sich; an Bord täglich etwa 20 L, zwar lose, nicht gepröfft, aber trotzdem viel. Hng. Manchmal wünscht sich die Frau Kapitän die Zeiten der Milchkanne zurück.

Schöner stiller Segeltag. Selbst in den Schlingeln, wo wir gegenan müssen, können wir alle Kurse anliegen. Unsere Kurslinie gleicht wohl einem Faden, den man aus einem Wollknäuel herausgezogen hat. Mal gehts nach Norden, dann in einem scharfen Schwenk nach SW, um bald wieder nach NE abzufallen. Die Drifter kommt hoch an den Wind. Das macht Spaß. Als wir Kurs auf Koster nehmen, können wir die Segel einmal einstellen und gleiten dahin bis wir ankommen. Auch schön. 

An der ersten Pier gleich südlich vom Ankerplatz liegen die Boote schon in 5er und 7er Päckchen. Nicht schön. Aber da erspähen wir noch ein schmales Plätzchen vor Kopf eines Steges neben einem Norweger und Schnauze an Schnauze mit einer Dehler, die sich freundlicherweise ein Stückchen achteraus zieht, damit unsere Anker nicht in Vertuck kommen. 
Der Hafenmeister ist schüchtern. Ein halber Mond scheint helle, noch bevor das letzte Abendlicht verschwunden ist. Vereinzelt sind noch Vögel zu hören, dann ebben alle Geräusche ab.

Wind:
S 2-3, SW 3, abnehmend 2

Wetter:
Um 22:30 starke Abendfeuchte. Wetterkarte zeigt eine nahende Kaltfront.



"PFF..."


Malmön-Fjellbacka, Freitag 4. Juli
Über nacht hat es sich ausgeblasen. Jetzt reichts auch mit Malmön. Fjellbacka ruft, einer unserer vielen Sehnsuchtsorte im Norden von schwEDEN; und um 18:00 wollen wir wieder Zeugen von "One World One Fußball" sein: Deutschland im Viertelfinale gegen Frankreich. 

Wir haben einen wunderbaren alles-was-geht-wird-gesegelt-Tag mit einer Hauptwindrichtung, aber vielen verschiedenen Kursen durch den Skärengarten. Bei 2-3 Bft aus S, SW gleiten wir durch den Hamburgsund und zwischen den Skären hindurch. Der Hamburgsund trennt die Insel Hamburgö vom schwedischen Festland. Sein Name hat nichts mit unserer Heimatstadt zu tun. Hier müssen wir die Segel einrollen, Heinz ranlassen und auf die Kabelfähre achten. Jeder Felsen im Wasser ist ein kleines Kunstwerk aus der Eiszeit. Ein Gesicht bleibt besonders im Gedächtnis: Der Ahne liegt auf dem Rücken, mit steil aufragender Stirn, den Blick mit geschlossenen Augen in den Himmel gerichtet...  

Der Hafenmeister von Fjellbacka, wie überall meist ein Student bzw. eine Studentin mit Ferienjob, ist seit unserem letzten Besuch von der Touristeninfo abgekoppelt und hat ein eigenes kleines Kontor bekommen. Er weiß, dass die Pizzeria Lilla Berith heute  um 18:00 das Fußballspiel zeigt. Leider ist es um die Zeit noch so hell, dass man trotz großer Leinwand auch im abgedunkelten Restaurant die Spielzüge nur schlecht erkennen kann. Aber schlecht erkennen ist immer noch besser als gar nicht kucken. Deutschland gewinnt 1:0. Dass bei jedem Spiel ein anderer das Tor schießt (Hummels dieses mal), hält die Frau Kapitän für ein gutes Zeichen, bedeutet es doch, dass nicht nur einzelne kreative Superstars den Zug zum Tor haben, und dass die Mannschaft an einem Strang zieht.

Wind:
SW, später SSW 2-3 Bft

Und sonst:
Heute ist amerikanischer Nationalfeiertag. "PFF", so stehts in Kapitalen auf einer Hütte im Sotekanal. Wir rätseln, ob es sich um ein "Seh-Zeichen" handelt. Wahrscheinlich heißt es so viel wie: "Pupen. Jetzt!" Sicher hat es keine symbolische Bedeutung, dass wir ausgerechnet heute hier vorbei kommen.

Beim Spaziergang durchs Städtchen versuchen wir, im Restaurang Bryggan einen Platz fürs Abendbrot zu reservieren und werden gleich abgewiesen. (Zu alt? Zu dick? Zu hässlich? Zu deutsch?...) Niemand hört gern aus dem Mund einer einfältigen Studentin, dass das Restaurant der Wahl ausgebucht ist, zumal die Lüge deutlich spürbar ist und jetzt irritierend zwischen uns und unserem Lieblingslokal steht. So tätigt die Frau Kapitän später einen Anruf, bei dem sie eine für das Restaurant schmeichelhafte Geschichte zum besten gibt und bekommt mühelos einen der schönsten Tische. Der Sonnenuntergang auf der Terasse vom Bryggan ist einfach nicht zu toppen! Spätestens hier und jetzt wird klar, dass wir das "PFF" auf der Hütte richtig interpretiert haben und worauf es sich bezog...


Hot rods
Fjellbacka, Samstag, 5. Juli 2014
Erst baden, dann frühstücken. Sehr erfrischend (16,6°C). Das salzige Nass gibt ein gutes Grundgefühl für den Tag. Mitsamt dem Kopf einzutauchen nimmt einem alle Schmerzen. 

Wir rekapitulieren, was wir an Fjellbacka so lieben:
den steil aufragenden Felsen mit den vielen Gesichtern,
Gorilla im Fjellbacka
an dessen Fuß sich Hafen und Häuser schmiegen; das Vandrerhem, wo Reisende auf engstem Raum in Stockbetten nächtigen; die Badestellen; die Klamottenläden; das Restaurant Bryggan mit dem sensationellen Ausblick; den Schiffsausrüster, der fast alles hat (Järnboden); den Fischladen mit dem frischesten Heilbutt aller Zeiten (Fisk, Skaldjur, Delikatesser); nicht zuletzt das Hafenkino: sitzen, kucken, quatschen oder Schnauze halten. 

Kleine Spritztour mit dem Dingi zu einer Badestelle, wo das Wasser quallenfrei ist. Um das Abendbrot zu verdienen, gibts vorher noch einen Aufstieg auf den Felsen
Aufstieg
mit anständigem Ausblick: soweit das Auge reicht. Wie lange in ruhigem Wasser die von Booten hervorgerufenen Wellen stehenbleiben!
Heckwellenballett
Ein Vater kommt auf dem Abendspaziergang mit seiner etwa achtjährigen Tochter bei uns längs. Das Mädchen deutet hier hin und dort hin und begleitet jede ihrer Handbewegungen mit Beobachtungen und Fragen. Geduldig erklärt der Vater ihr die Welt.

Wind:
SE 1-2

Wetter:
Später am Abend wieder ein Lehrlingsgewitter, mit Blitz und Donner, aber ohne Regen, sowie eine seltene Wolkenform:
Peniswolke mit Hodensack 

Wassertemperatur um 11:30: 16,6°C

Und sonst:
12:15, wir verholen uns an einen freigewordenen Platz längsseits des Steges gegenüber, da der Wind das Heck zu weit auf die Seite drückt

Angebadet Frau Kapitän 

Unser elektrischer Dingi-Motor verbraucht bei Höchstgeschwindigkeit etwa 1/3 mehr Saft als bei reduzierter Fahrt. 

Ein pinkfarbenes Hotrod röhrt vorbei

Übermütige Makrelen im Hafenbecken. Wie schon in Mollösund kriegt man sie nie zu Gesicht. Nur das Wasser "kocht".

Keine Bankfiliale mehr in Fjellbacka



Safran macht nicht nur den Kuchen gel


Mollösund-Malmön Fiskehamnen, Mittwoch, 2. Juli
Nachdem wir die Spatzen gestern wie Filmstars behandelt haben, verscheuchen wir sie heute sofort, da sie sich wie richtige Diven voll daneben benommen haben; sie kackten alles voll und, reichten wir ihnen all unsere Krümel, so rissen sie gleich ganze Brote an sich. 

Für morgen ist Hack aus WNW angesagt, deswegen brauchen wir einen Versorgungshafen, wo wir bleiben können, bis der Spuk vorbei ist. Heute haben wir einen schönen Amwindkurs, und die Drifter macht auch bei dem leichten Wind (2-3 Bft) gute Fahrt (5-7 kn). Wir entscheiden uns für ein kleines Etmal zwecks früherem Ankommen. In Malmön waren wir schon einmal. Der Ort um die Marina herum ist zwar etwas ferien-verstrahlt — entbehrt jeder Fischerei-Romantik. Die Holzhäuser sind auf dem Reißbrett aneinander gefügt worden, nicht gewachsen. Doch er hat einen Fischladen mit frisch gefangenen und überregionalen Köstlichkeiten, und so stocken wir unsere Makrele mit Muscheln, Shrimps und je einem Kaisergranat für eine selbst gemachte Fischsuppe auf. Außerdem bietet der alte Fiskehamnen gleich um die Ecke ausreichend Gemütlichkeit, und von da aus gehts direkt auf die Skären. Wir liegen hier längsseits der Pier, obwohl man mit Heckanker festmachen soll. Das wollen wir aber nicht, denn es ist keine gute Idee, den Hack auf dem Heckanker zu haben. Nun sind wir die Hafen-Parias, was die Gemütlichkeit ein bisschen schmälert. Wir trösten uns mit unserer Fischsuppe (wir haben sogar Safran dabei), hängen im Cockpit ab und lauschen dem Wind, der später am Abend böig wird. Von Westen fegen Wolken in zügigem Tempo über den Himmel.

Wind:
NW2-3 Bft
nachts NW 5-7 Bft

Und sonst:
Eine weitere Segellatte im Groß ist gebrochen, die Tasche aufgerissen. Ob das eine Art Sollbruchstelle bei einem Rollgroß ist?


Malmön Marina, Donnerstag, 3. Juli
Wir verholen uns noch vor dem Frühstück in die Marina. Wollen doch nicht länger die Hafenparias sein. Es bläst schon amtlich, und die Drifter reagiert auf viel Wind mit starker Abdrift. In der Marina ist noch ein einziger ablandiger Platz an der Pier. Wo sonst mit Heckbojen festgemacht wird, liegen jetzt alle Boote längsseits. Fünf Paar hilfsbereite Hände nehmen unsere Leinen an und wir werden herzlich willkommen geheißen. Dankbar entrichten wir sogleich unseren Hafenobulus. 

In den Takelagen klappert und pfeift es den ganzen Tag. Wir bleiben an Bord und ernähren uns redlich. Zur Belohnung (es gibt immer einen Grund für ne kleine Belohnung) Radtour zu einer Badestelle. Zum Abendbrot gibts Salat und Steak (nach all dem Fisch der letzten Tage brauchen wir was kräftigendes).

Vom Hafenrestaurant schallt Jan Johannsen herüber. Pünktlich zum Vorbeiziehen einer winzigen abendrosa Wolke erklingt "Knocking on heavens door". Das Himmelszelt ist wieder warm UND kalt: Rosaroter Sonnenuntergang im Westen, kühles Nachtgrau gegenüber. No news von zuhause. Also good news.

Wind:
SW 6-7 (abgelesenes Max 29.6kn), abnehmend 5-6
Lufttemperatur um 16:30: 18°C

Tänk på döden

Mollösund, Dienstag, 1. Juli 2014
Spatzenbesuch zum Frühstück. Schüchtern, aber hungrig, so sind sie. Nach zwei bis drei verlegenen Schrittchen hier hin und dort hin picken sie fröhlich unsere Brotkrümel weg. Es geht doch immer nur um das Eine!

Morgenbad am Leuchtturm. Freund Rob begrüßen, der nie Gelegenheit hatte, hierher zu kommen, da er, kurz bevor er sich auf den Weg machen wollte, gestorben ist. Seine Asche, die wir vor Jahren hier verstreut haben, ist schon längst im Grund aufgelöst, aber unsere Gedanken sind jedesmal frisch. Wann immer wir hier sind, geben wir uns der Erinnerung hin. Tänk på döden! (So steht es oben am Friedhof).

Es nieselt leicht und nur kurz, gleichzeitig scheint die Sonne. Hierbleiben oder weiterfahren? Man könnte ebenso gut für immer hier bleiben. Wir verholen uns längsseits an die Pier, da freut sich der Hafenmeister, dass wir nicht mehr mit dem Heck so weit ins Hafenbecken hineinragen.
Mooringleinen-Suchbild
Die Mooringleinen scheinen alle von einem Knotenpunkt in der Mitte des Hafenbeckens auszugehen und sollten von Yachten bis maximal 12m genutzt werden, sonst steht die Heckleine so steil, dass sich ein tiefgehender Kiel darin verfangen könnte. 

Ein Fischerbötchen kommt längsseits und bietet uns eine frische Makrele an. Das können wir nicht ausschlagen, obwohl wir schon Lachs von Morgans Fisk haben.

Amtliche Radtour (ca 35 km hin und zurück) nach Ellös, der (etwas verstrahlten) Heimat der Hallberg Rassy. Im Kiosk serviert eine grimmige Blondine Softeis und Küchelchen. Der gesamte Ort hat was industrielles, ungastliches. Auf dem Rückweg machen wir den sehr ernüchternden Eindruck wieder wett: durch einen Abstecher nach Hälleviksstrand. Dort gruppiert sich ein winziger Hafen mit einer handvoll Stegen um ein einziges Restaurant. Aus jedem der wenigen Quadratmeter strahlt uns hier eine ganz entspannte und lebenslustige Atmosphäre entgegen. Die Insel Orüst ansonsten landschaftlich abwechslungsreich mit Höhenrücken und grünen Ebenen.

Wind:
NW2

Wetter:
ein kleines Gewitter zieht Mittags vorbei (mit Lehrlings-Donner)

Und sonst:
Die Kirche von Mollösund hat einen warmen, "holzigen" Klang
Singende Holländer auf dem Weg nachause; angenehme Gesellschaft
Übermütige Fische am Leuchtturm; das Wasser sprudelt, als kochte es, aber die Fische bleiben unsichtbar


Samstag, 5. Juli 2014

Monday Club — von Marstrand nach Mollösund

Mit letzter Kraft wird der Felsen an seinen Platz gerückt —
wir müssen nämlich los...

Montag, 30. Juni 2014
Wir wollen durch die westliche Ausfahrt hinaus, müssen aber am Leuchtturm warten, da einige Regattateilnehmer dort Probeschläge machen. Der Herr Kapitän filmt ein bisschen. Dass das Adrenalin in der Gegend steigt, kann man auf den Bildern allerdings nicht sehen. Es liegt nur in der Luft... Flatternde Segel signalisieren, die ham fertig, wir können los, nach Norden. Leider haben wir den Wind meistens gegenan. Eisig ist er, Nordwind eben. Was wir anliegen können wird gesegelt. Der Kyrkesund erscheint heute breiter als sonst. Das liegt wohl an der Tagesverfassung, dem wenigen Wind heute. (Je stärker der Wind, desto enger wirken die Passagen. Wir haben hier vor ein paar Jahren mal festgemacht, weil es so geblasen hat, dass wir nicht weiter wollten. Da wirkte der Sund sehr eng...Heute strahlt er sogar einen Hauch Heimat aus: Missunde)

In Mollösund hat die Saison noch ebenso wenig begonnen wie andernorts. Dennoch (oder gerade deshalb) sind die Pätze längsseits der Pier, die für unsere Größenordnung bestimmt sind, von kleinen "Jiffelbooten" besetzt... 

Knuts Brygga hat zwar geöffnet, aber keine Fischsuppe mehr :-( Die müssen wir uns ein paar Häuser weiter besorgen. Dort bekommen wir das Fußballspiel Frankreich/Nigeria gratis dazu. (Der Torwart der Nigerianer: eine Wucht). Um später das Achtelfinale unserer Jungs gegen Algerien verfolgen zu können, müssen wir noch eine Adresse weiter ziehen, denn in unserer Abendbrothütte trifft sich heute ab 22:00 der "Monday Club", eine Horde Achtzehnjähriger... Die Kellnerin — so viel ist gleich klar, wenn man ihre gesamte Länge von etwa 190 cm in Augenschein nimmt (wobei etwa 135 cm allein für die Beine und das wohl geformte Hinterteil drauf gehn) — diese Kellnerin hat große Lust, sich den Monday Club vorzunehmen. Es sieht so aus, als hätte sie an diesem abend ihre Heißen Hosen speziell für diesen Zweck angelegt, ... während sie das Essen serviert, stolziert sie sich ein...

In der Hütte nebenan sehen wir das gesamte Spiel unserer Jungs mitsamt Verlängerung. Lustig die Kommentare: Wie die Schweden die Namen unserer Jungs aussprechen! [Schwah-i-n-stah-i-gärrr] oder [Müh-lärrr]. Unsere Jungs gewinnen das temporeiche und spannende Spiel mit 2:1, obwohl sie in der gesamten ersten Halbzeit nicht ins Spiel finden. Aber nach der Pause sind sie wie aufgräumt. Die Pässe passen, eine Team-Aufstellung ist erkennbar, fluppt. Selbst für Fußball-Laien wie die Frau Kapitän: Interessant!

Wind:
N2

Und sonst:
Zweistimmigen Geburtstagsgruß an den Papa vom Enkel ausgebracht. Oh, hohohohoho wann kommt ihr....?

Donnerstag, 3. Juli 2014

Shanti Shanti


Göteborg nach Marstrand, 28. Juni 2014
Den Vormittag über regnet es, der Himmel hat sich komplett zugezogen. Geweckt werden wir von einem hellen Klopfen. Arbeit ruft? Kann doch nicht sein! ... Beim Ablegen hat sich der Kiel einer auslaufenden Yacht in der Mooringleine unseres Nachbarn verfangen. So wurde das Boot auf unsere Davits gedrückt, die achtern etwa einen Meter weit herausragen. (Davits sind eine Hängevorrichtung für das Dingi/Schlauchboot, damit man es nicht durchs Wasser hinterherziehen muss). Da es relativ windstill ist, wird kein Drama draus. (Reisende soll man ja so wie so nicht aufhalten).  

Die Frau Kapitän liest "Wir Ertrunkenen" von Carsten Jensen. Ein fetter Wälzer, teils spannend, teils langatmig, aber ein Muss für Seefahrer, deren Heimatrevier die Ostsee ist. 

Vor Abfahrt besorgen wir bei Claas Ohlsen (DEM Gebrauchsrödelladen für Mann und Frau) noch ein paar Kistchen zum besseren Verstauen von Dingen, die die Welt nicht, wir Segler aber schon brauchen. Und weil es sich gerade so trifft, bringen wir gleich noch drei Dinge mit, die ein Enkelkind benötigen könnte, wenn es sich mal wieder an Bord blicken lässt: ein buntes Windrad, Malkreiden und Pustefix :-)

 

Unterwegs bekommt die Frau Kapitän ausreichend Gelegenheit, ihre neue Mütze gegen das grelle Sonnenlicht zur Anwendung zu bringen, Funktionskleidung ersten Ranges!
Die beste Mütze gegen die Sonne jemals
Wir gleiten still dahin, die Burg von Marstrand am Horizont gut zu erkennen. Bei Anfahrt auf die grüne Tonne von Karholmen grüßt ausgiebig ein Kuckuck, während uns der wunderbar würzige Skärenduft entgegenströmt. Die Durchfahrt zwischen den Felsen, bevor es in den Hafen hinein geht, ist immer noch eine der schönsten...

Zum Abendbrot gehen wir ins "Shanti Shanti", einem neuen Feiern-und-Futtern-Platz direkt am Hafen, wo sich unglaublich prollige (und amtlich betrunkene) Schweden in wichtig-wichtiger Mission die Klinke in die Hand geben. Abendbrot ist Showtime und bietet für Alle ausreichend Gelegenheit, publikumswirksam über das eigene große Ego zu stolpern. Unser tägliches Hafenkino gib uns heute :-)

Wind:
NE 1, später W 2

Und sonst: 
Brasilien gegen Chile durch 11-Meter-Schießen ins Achtelfinale (gesehen im Monitor des Hafenbüros)
Erwerb einer Mütze gegen Sonneneinstrahlung

Zur guten Nacht ziehen Regenwolken über uns hinweg

Marstrand, Sonntag, 29. Juni 2014
Grau. Bedeckt. Kalt. "Wir Ertrunkenen" ist immer noch die passende Lektüre. Darin interessante Passagen zum Thema Führung, z.B.: "Ein Kapitän muss das menschliche Gemüt ebenso gut kennen wie die Segel seines Schiffes." Das sollten sich einige Wirtschaftskapitäne mal genauer hinter die Ohren schreiben...

Wir machen einen Spaziergang über die Felsen. Zwei Grotten liegen auf dem Weg, in deren kleinerer einst ein Knabe geboren worden sein soll. Ansonsten dienten die Grotten als Schutz vor norwegischen bzw. dänischen Angreifern.

Die Insel bereitet sich auf das Stena Match Race nächste Woche vor. Stände werden aufgebaut, kulinarische Kapazitäten erweitert, Spannung liegt in der Luft...

Wind:
N1
Und sonst:
Rückseitenklarheit!

"Kemal was gay"

Die Giraffen, die da gaffen, machen hm-ta-ta


Styrsö nach Göteborg, Lilla Bommen, Donnerstag, 26., Freitag 27. Juni, 2014
Wir reißen uns nur unwillig los von unserem schnuckeligen, etwas rödeligen Hafen, wo es schon vor dem Frühstück hinter unserem Liegeplatz sehr geschäftig zugeht: Fähren legen kurz an und wieder ab, weitere Boote werden mit Gabelstapler zu Wasser gelassen... 

Unterwegs kommt der Wind vorlicher als gedacht. Wir reffen, da 7.5kn Fahrt in unübersichtlichen Gewässern zu schnell sind. Ab Tonne 28 des Göteborg-Fahrwassers gleiten wir sanft hinein in den Göta-Älv. "Kemal was gay", steht da auf einer der rückwärtigen Häuserwände, die für uns die Hauptansicht darstellen. Gut, dass wir es jetzt wissen: Kemal war ein fröhlicher Mann :-)

Die Stadt ist voll und laut — bevölkert von Mädchen in Heißen Höschen und Betrunkenen, die an der Pier herumlungern. Heute abend spielen unsere Fußballjungs gegen die Amerikaner. Wir suchen uns eine Sportbar und verfolgen das Spiel. Müller machts! Ein schönes Tor. 

Am nächsten Morgen dringen die Geräusche der Stadt ans Ohr, nachdem erst unlängst das nächtliche Grölen der Betrunkenen abgeebbt ist: ein entferntes Rauschen vom Straßenverkehr über Brücken und Stadtautobahnen, vermischt mit dem Schreien der Möwen und dem Gekreische von Motorsägen. Ein paar Schiffe weiter tuchen Marinesoldaten ihre Segel auf und versprühen eine freundliche Arbeitsatmosphäre.

Wir machen uns eine Einkaufsliste und ab in die Stadt. Hafenhandbuch Skanör bis Strömstad, einen aktuellen Kartensatz für Norwegen, Nadeln, Takelgarn und Frühstückskram. Den ganzen halben Tag sind wir auf Asphalt unterwegs. Schwankende Seebretter sind uns zur Zeit lieber... Da unser Lieblingsitaliener ausgebucht ist, lassen wir uns die wohlschmeckende Systemküche des Hereford Beefstouw munden, wo die Beutel für das Doggybag gleich an der Wand hängen.
Doggybag
 

Im Vorbeigehn werden wir zum Absacker auf die Taifun eingeladen, ein Ausbildungsschiff, wo die Marinesoldaten ihren letzten Abend zelebrieren, bevor morgen die neue Mannschaft kommt. Da auch Frauen erwartet werden, gibt es zur Begrüßung einen Pott Blumen an Deck :-)