Ich wohne im Strandkanten und schaue
blicklos über den Hafen...
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Montag, 7. Juli, Nord-Koster
6:00 früh. Kleine Wellen lecken am Heck. Der Wind hat auf SE gedreht, unser Heckanker hält nicht. Manöver tut not. Im Ankergrund ist es zwischen all den anderen Schiffen zu eng. Die Rudergängerin sieht absolut nichts im grellen Gegenlicht, die Sonnenbrille wird zum unentbehrlichen Arbeitsgerät! Wir müssen eine Entscheidung treffen: jetzt gleich los oder den Heckanker am alten Platz nochmal neu ausbringen? Da wir die Insel noch gar nicht richtig genossen haben, entscheiden wir uns für Letzteres. Passt. Kurz darauf wird allerdings gegenüber eine Lücke an einer der begehrten Heckbojen frei. Diese Gelegenheit gibts nur einmal. Noch vor dem Frühstück verholen wir uns nochmal. An diesem Steg geraten wir in eine norwegische Enklave aus freundlichen Motor- und Segelbootfahrern. Alle nehmen Leinen an und arbeiten kräftig mit — und das alles noch vor dem Frühstück. Zum Dank für den Einsatz bringt die Frau Kapitän mit dem Dingi noch eine extra Leine für einen Nachbarn an die Heckboje. So bekommt das gesamte Päckchen größere Stabilität. Nach dem frühen Aufstehen und dem ganzen Manövern ist nun ein Mittagsschlaf fällig.
Den ganzen Tag über ist es zugezogen und regnet immer wieder. Ein idealer Tag für eine längst überfällige Strafarbeit: die Klebreste am Dingi müssen weg! Mit Olivenöl (Tip von E) schrubbt die Frau Kapitän gefühlt stundenlang am Gummi rum, bis der größte Teil der Schlamperei verschwunden ist. Zur Belohnung riecht das Dingi nun sehr appetitanregend! Am Spätnachmittag machen wir einen Dingiausflug auf die Südinsel und finden heraus, dass im "Sibirien Restaurang" morgen Fußball gezeigt wird. Klar, dass wir in diesem Fall noch einen Tag dran hängen. Dann können wir nicht nur unseren Jungs beim Gewinnen zuschauen, sondern — falls der Himmel aufreißt — auch noch unsere Blicke 360° über Norwegen und schEDEN schweifen lassen. Verzauberter Spaziergang zur Badestelle: Bäume wie Hirschgeweihe und Elefantenrüssel. (Der rastlose Geist will immer was erkennen :-) Moos- und flechtenbewachsene Bäume, der Anblick mischt sich mit dem würzig süßen Schären-Duft.
Abendbrot gibts im "Strandkanten" mit Blick über den Hafen, einer unfassbar rödeligen Bude, überladen mit hysterisch lachenden
Eisenfröschen, Blechvögeln und wackelnden -zwergen, Steinen, Muscheln, einer blicklosen Brille aus Pfeifenreinigern ... Von einer Schwedin mit sehr robustem Kleinkind erfahren wir, dass auf der Nordinsel ca. 50, auf der Südinsel ca. 200 Menschen wohnen. Die Schule, so bedauert sie, wurde letztes Jahr geschlossen. Die etwa 13 Kinder verschiedener Altersklassen haben nun einen etwa 40 minütigen Schulweg nach Strömstad.
| "Uwhaaaaaa!" |
Und sonst:
Borduhr um 2:50 stehen geblieben.
Der Herr Kapitän will gerade dem Gitarristen von den Living Rooms eine Mail schreiben: "Miss the band", da bekommt er eine Mail vom Gitarristen: "Miss the band!"
textet 3 Strophen für "Marie"
Der Mond steht am hellen Abendhimmel
Die angekündigte Kaltfront zieht durch
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