| Strahlenwesen |
Tönsberg, 13. Juli 2014
Alle Norweger, mit denen wir bislang gesprochen habe, erzählen von längeren Auslandsaufenthalten oder Reisen, die sie unternommen haben, oft zu Schiff. Sie sind ein weltoffenes und stolzes Völkchen. Volksstolz ist für uns Deutsche ein interessantes, aber beängstigendes Phänomen. Bei wiederholter Beobachtung fällt der Frau Kapitän auf, dass es eigentlich schön wäre, etwas von der Unbefangenheit der Norweger beim Stolz-Sein zu haben.
Im Verlauf des Tages deutliche Abkühlung, am Nachmittag regnerisch. Wir puzzeln so rum. Der Herr Kapitän vollbringt eine Heldentat: er ersetzt die dünne Steuerbordleine der Davits und macht zur belohnung eine Radtour, während die Frau Kapitän what am Buch korrigiert.
Ansonsten fiebern wir auf das Endspiel hin, das wir auf der Hafenmeile kucken, in einem Restaurant mit Gitarre als Logo. Dort hat man im ersten Stock weiße Papiertischdecken aufgelegt, darauf Popcorn und Chips. Es herrscht eine gespannte Aufregung. Einige wenige Argentinienanhänger gehen in der Mehrheit derer unter, die für unsere Jungs die Daumen drücken. Weltmeister! Das klingt nicht nur gut, sondern fühlt sich auch angenehm an, zumal alle Norweger uns nach dem Spiel zu unserem Sieg gratulieren, als hätten wir selbst mitgespielt, (und einige Holländer auch). Schade, dass die Argentinier so schlechte Verlierer sind. Mit verschränkten Armen und finsteren Mienen steht die Mannschaft geschlossen da, inklusive Trainer, und wettert die Deutschen ab, die mit offenen Armen auf sie zugehen. Nachdem Messi mit düsterem Blick die Hand von Schweinsteiger (oder war es Neuer?) angenommen und wieder losgelassen hat, spuckt er verkniffen aus! Das Spiel zu sehen hat großen Spaß gemacht. Die deutsche Manschaft hat verdient gewonnen, schon wieder ein anderer Torschütze (Mario Götze). Ihre Strategie ging auf, die anderen hatten keine großen Einfälle.
Wind:
N2, später umlaufend 1
Und sonst:
Verlust eines Thermometers zu beklagen
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