Amtlich ausgeschlafen und entschieden hier zu bleiben. Die Zeit der ganzen Tage in den Bäumen soll endlich beginnen. Schließlich heißt unser Boot Drifter, wir wollen uns treiben lassen... Erledigen aber auch ein paar weltliche Dinge (mit dem Hafennetz), nehmen Reparaturen vor (ein Takling wird am Unterliekstrecker angebracht, Fahrradreifen werden gewechselt...) Zur Belohnung rumlungern, abhängen, Radtour zum Hafen von Donsö, wo wir vor zwei Jahren gelegen haben: Als spulten wir einen Film rückwärts, denn beim letzten mal radelten wir umgekehrt von Donsö nach Styrsö.
Styrsö Hamnen ist ein richtiger "Arbeitshafen" nach unserem Geschmack. Sägen kreischen,
ein Hausboot wird gebaut, Boote werden klar gemacht, andere zu Wasser gelassen. Am Nachbarsteg ist ein kleines gelbes Schiff angelandet. Ein junges Paar hat sich ein Jahr Auszeit genommen, um die Welt zu besegeln — "mal sehen, wohin" (Biskaya, Kanaren, Mittelmeer). Die jungen Leute wollen sich treiben lassen. Wir wünschen ihnen Glück bei dieser Kunst.
| Hausbootsbau |
Wind: NW2
Zauberlehrlingsböenwalze mit Donnergrollen zieht von N nach NE. Wir sind auf der hellen Seite. Die weite Perspektive auf das Wetter ist sehr entspannend.
Und sonst:
In Bratten kommen wir an einem Familiengrab vorbei, wo die Namen mit Berufsbezeichnungen versehen sind: Klinikleiter, Doktor med., Journalist, Ökonom. Tse. Unterirdisch.
Auf einem weiteren Grab sind leere schwarze Blumenkästen in die Erde eingelassen, wie ein Gesicht mit rechteckigen Augen.
Bis die Sonne untergeht überirdisch strahlendes Sonnenlicht. Danach immer noch hell.
Unsere Teekanne hat an der Tülle einen Riss. Wir debattieren eine Neuanschaffung. Aber dann: Dinge, die angeknackst sind, halten länger... (Wer hats's gesagt?)
"Ganze Tage in den Bäumen", ein wohlklingender Buchtitel von Marguerite Duras; weiter reichen die Gemeinsamkeiten aber wohl eher nicht.
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