Montag, 28. Juli 2014

"Stand by your man!"

Aktuelle Web-Cam Aufnahme mit Drifter 

Verdens Ende, Donnerstag, 17. Juli 2014
Wie vorhergesagt brist es im Laufe des Vormittags kräftig auf. Aus romantischen Gründen fühlen wir uns "eingeweht am Ende der Welt". Unterwegs sind wir ständig damit beschäftigt, unsere Existenzgrundlage — das Schiff — zu sichern, zu pflegen, zu verteidigen... Wir sichern uns durch eine zweite Heckleine ab, da die freigewordenen Plätze in den Wind und längsseits der Piere schneller wieder besetzt sind, als wir mit dem Aufwachen hinterher kommen. Neuankömmlinge werden gerne entgegengenommen, auch der Nachbar ist immer gleich zur Stelle. Ein Norweger wird beim Anlegen auf unser Schiff getrieben. Gut, dass der Nachbar, der die Vorleine übernommen hat, in die richtige Richtung zieht (bei dem aktuellen  Wind nach achtern, sodass die Leine zur Vorspring wird), und gut auch, dass das norwegische Dingi günstig dazwischen zu liegen kommt; das ist besser als Fender, deren er gar keine ausgebracht hatte. Auch sonst lässt die Vorbereitung für den Anleger zu wünschen übrig. Die Frau des Skippers sollte im letzten Moment die Achterleine durch die Heckboje ziehen und an Bord belegen, weiß aber offensichtlich nicht, wie der entsprechende Knoten geht. Nun muss es ja auch noch schnell gehen; sie hat aber gar keine Peilung und lässt (mit entnervter Miene) die Leine einfach sausen!  "Stand by your man", denkt die Frau Kapitän, während der Wind in das kurze Röckchen der barfüßigen Frau greift und ihr bis auf einen Stringtanga nacktes Hinterteil entblößt, was — wenngleich es ein ansehnliches Teil ist — jetzt bei dem schwierigen Anleger seltsam deplaziert und ein bisschen traurig wirkt. Auf Nachfrage erfahren wir vom Skipper, dass die Leute gerade eine Nachttour von Oslo hinter sich haben und totmüde sind. 

Wind und Wetter:
- WSW 3-4, im Verlauf des Tages W, zunehmend 5-6 Bft, bis ca 23:30; dann fällt uns plötzlich auf, dass der Wind von jetzt auf gleich nachgelassen hat. Stille. 
- Ein Zwischentief zieht heran. Der Luftdruck steigt langsam. Das Tief füllt sich auf.

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