Montag, 28. Juli 2014

Am Ende der Welt

Der Chinese gegenüber, bei Tag

Havnebakken nach Verdens Ende, Mittwoch, 16. Juli 2014
Der Wind, Stockhausens Erste Geige, hat ausgeblasen. Der Chinese ist auch bei Tageslicht immer noch der Chinese, das kleine Arschloch aber ist verschwunden. Wir verabschieden uns gebührend vom Chinesen, dessen Gegenwart respekteinflößend war, und machen uns auf den Weg, wieder mal gegen den Wind. 

Als wir aus dem Tjöme-Fjord rauskommen, steht trotz des aktuell wenigen Windes (ca 12-14kn) eine hohe Dünung. Die Wassertiefe beträgt in der Gegend um die 100m, aber es gibt zahlreiche Untiefen, wo der Meeresgrund unvermittelt steil ansteigt. Darüber fegt jetzt die Gischt. Das Fahrwasser verläuft in Kurven, wir müssen auf manche Untiefen zuhalten, um dann kurz vorher scharf abzubiegen, und die Drifter rollt in der Dünung hin und her, was das Kurshalten erschwert. So wird die Anfahrt auf Verdens Ende eine kitzelige Angelegenheit, die höchste Konzentration erfordert. Ohne Plotter im Cockpit, nur mit Karte, hätten wir uns das vielleicht nicht getraut, obwohl wir alle Tonnen und Spieren gut erkennen können. Aber gerade Wege von Tonne zu Tonne gibt es in diesem Fahrwasser nicht, und alle Tonnen müssen mit gebührendem Abstand passiert werden. Als wir des Ortes ansichtig werden, ist die Freude um so größer, dass wir durchgehalten haben. Hier liegen zuhauf ganze Ahnenclans aus Stein im Wasser herum und schlafen den Schlaf der Gerechten. Im Restaurant auf dem Berg gibts uneingeschränkte Aussicht über das Skagerrak bis zum Horizont und köstliche, frische Nahrung für hungrige Seefahrer.

Wind:
- S1

Und sonst:
- Die Dünung, in der wir hergerollt sind, ist von oben nicht zu erkennen
- Unser Hafenhandbuch weist diese Gegend als eine mit gefährlicher Wellenbildung aus.
- Verdens Ende IST das Ende der Welt

Ach du dickes Ei...


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