Derlei Symmetrien zu entdecken macht glücklich...
Aufgewacht mit demselben ungläubigen Gefühl über den 7:1 Sieg wie gestern beim zuschauen.
Ableger unter erschwerten Bedingungen, aber gut gelaunt und gut geplant. Wir haben 18 kn aus SE, also von der Seite. Unsere Achterleine hat noch einen Knoten, da wir sie gestern verlängern mussten. Ein kräftiger Zeitgenosse an der Pier hält die Vorleine bis zum letzten Moment, sodass wir uns weit genug rausziehen können, um den Knoten zu lösen. Der Mann trägt auch Schuhe, im Gegensatz zu allen anderen, die helfen könnten. (Man muss sich seine Helfer schon gut aussuchen! Das verschlafene barfüßige Mädel vom Nachbarschiff qualifiziert sich jedenfalls nicht...)
Draußen bläst es ebenfalls kräftig. Wir machen gut Fahrt nur mit der Fock; als der Wind etwas nachlässt, nehmen wir ein gerefftes Groß dazu.
Die norwegischen Seekarten sind gewöhnungsbedürftig. Man muss die Tonnen mit der Lupe suchen. Detailkarten gibts nicht. Im Fjord geben wir deshalb Heinz, unserem Motor, eine Chance, zwecks besserer Sicht, obwohl segeln schöner wäre. Aber Orientierung geht vor, denn was nutzt schon schöner segeln on-the-rocks?
Je weiter wir in den Sund hinein kommen, desto stärker wird die Strömung, zunächst 2, vor dem Abbieger und der Brücke dann 3 Knoten. Das Wasser ist kabbelig, Wind gegen Strom. Wir passieren zuerst den Industriehafen von Frederikstad, eine stinkende Visitenkarte und Gastgeber einer Zeitreise: die Industrie stammt aus dem vorigen Jahrhundert.
Vor der Brücke warten wir auf die Öffnung um 18:00. Ob unsere Funke funktioniert, wissen wir nicht: wir kriegen keine Antwort von der Brücke. Der Herr Kapitän erreicht aber telefonisch jemanden.
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Alle Häfen der Stadt werden frei gehalten
für das Eintreffen der tallships...
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Unterdessen führen wir ein interessantes Gespräch mit dem Hafenmeister, der für heute auf dem Weg nachhause und generell mit den Vorbereitungen für das Tallships-Race in den nächsten Tagen und darüber hinaus mit seiner dreijährigen Weltumsegelung beschäftigt ist.
Kurz nach 18:00 werden alle Brücken für uns geöffnet und wir legen uns längsseits der Pier im vom Hafenmeister empfohlenen neuen Hafen hinter der letzten Brücke, der noch auf keiner Karte verzeicnet ist. Mitten in der Woche ist hier freie Auswahl.
Auf unser Abendbrot müssen wir leider eine geschlagene Stunde warten, weil die Jungs in der Küche von der Bude an der Pier, die wir uns ausgesucht haben, völlig überfordert sind...
Argentinien/Holland geht 4:2 aus, durch Elfmeter-Schießen. Ein einfallsloses Spiel; alle Leistungsanforderungen lasten auf den Schultern der Diven: mal versuchts Robben, mal Messi; während der Spielzeit versenkt keiner den Ball im Tor.
Wetter:
um 9:25 sagt unser Thermo 28°C
Wind heute: morgens SE 4-5 Bft, Mittags SE 6, in Böen 7 Bft
Und sonst:
- Dingi-fahren können wir knicken, wegen der Strömung des Glomma (die beträgt 3kn, manchmal sogar 5 kn) . Der Hafenmeister erwähnte zwei Strömungen, die hier zu beobachten sind: die Oberflächenströmung vom Fluss, und in etwa 5 Meter Tiefe strömt Salzwasser von See dagegen. Dementsprechend brodelt das Wasser stellenweise.
- aktueller Wasserverbrauch: 1/2 Tank in 3 Tagen
- die durchschnittliche norwegische Straßenschlampe wiegt etwa 20kg mehr als das allgemeine deutsche Boxenluder
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