Samstag, 12. Juli 2014

Safran macht nicht nur den Kuchen gel


Mollösund-Malmön Fiskehamnen, Mittwoch, 2. Juli
Nachdem wir die Spatzen gestern wie Filmstars behandelt haben, verscheuchen wir sie heute sofort, da sie sich wie richtige Diven voll daneben benommen haben; sie kackten alles voll und, reichten wir ihnen all unsere Krümel, so rissen sie gleich ganze Brote an sich. 

Für morgen ist Hack aus WNW angesagt, deswegen brauchen wir einen Versorgungshafen, wo wir bleiben können, bis der Spuk vorbei ist. Heute haben wir einen schönen Amwindkurs, und die Drifter macht auch bei dem leichten Wind (2-3 Bft) gute Fahrt (5-7 kn). Wir entscheiden uns für ein kleines Etmal zwecks früherem Ankommen. In Malmön waren wir schon einmal. Der Ort um die Marina herum ist zwar etwas ferien-verstrahlt — entbehrt jeder Fischerei-Romantik. Die Holzhäuser sind auf dem Reißbrett aneinander gefügt worden, nicht gewachsen. Doch er hat einen Fischladen mit frisch gefangenen und überregionalen Köstlichkeiten, und so stocken wir unsere Makrele mit Muscheln, Shrimps und je einem Kaisergranat für eine selbst gemachte Fischsuppe auf. Außerdem bietet der alte Fiskehamnen gleich um die Ecke ausreichend Gemütlichkeit, und von da aus gehts direkt auf die Skären. Wir liegen hier längsseits der Pier, obwohl man mit Heckanker festmachen soll. Das wollen wir aber nicht, denn es ist keine gute Idee, den Hack auf dem Heckanker zu haben. Nun sind wir die Hafen-Parias, was die Gemütlichkeit ein bisschen schmälert. Wir trösten uns mit unserer Fischsuppe (wir haben sogar Safran dabei), hängen im Cockpit ab und lauschen dem Wind, der später am Abend böig wird. Von Westen fegen Wolken in zügigem Tempo über den Himmel.

Wind:
NW2-3 Bft
nachts NW 5-7 Bft

Und sonst:
Eine weitere Segellatte im Groß ist gebrochen, die Tasche aufgerissen. Ob das eine Art Sollbruchstelle bei einem Rollgroß ist?


Malmön Marina, Donnerstag, 3. Juli
Wir verholen uns noch vor dem Frühstück in die Marina. Wollen doch nicht länger die Hafenparias sein. Es bläst schon amtlich, und die Drifter reagiert auf viel Wind mit starker Abdrift. In der Marina ist noch ein einziger ablandiger Platz an der Pier. Wo sonst mit Heckbojen festgemacht wird, liegen jetzt alle Boote längsseits. Fünf Paar hilfsbereite Hände nehmen unsere Leinen an und wir werden herzlich willkommen geheißen. Dankbar entrichten wir sogleich unseren Hafenobulus. 

In den Takelagen klappert und pfeift es den ganzen Tag. Wir bleiben an Bord und ernähren uns redlich. Zur Belohnung (es gibt immer einen Grund für ne kleine Belohnung) Radtour zu einer Badestelle. Zum Abendbrot gibts Salat und Steak (nach all dem Fisch der letzten Tage brauchen wir was kräftigendes).

Vom Hafenrestaurant schallt Jan Johannsen herüber. Pünktlich zum Vorbeiziehen einer winzigen abendrosa Wolke erklingt "Knocking on heavens door". Das Himmelszelt ist wieder warm UND kalt: Rosaroter Sonnenuntergang im Westen, kühles Nachtgrau gegenüber. No news von zuhause. Also good news.

Wind:
SW 6-7 (abgelesenes Max 29.6kn), abnehmend 5-6
Lufttemperatur um 16:30: 18°C

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen