Samstag, 16. August 2014

Bei Ankunft: Hasenbrot!



Varberg nach Anholt, Samstag, 2. August 2014
Heute ist die Frau Kapitän ungewohnt aufgeregt. Reisefieber. Im Traum war alles voller kleiner Fische, das Wasser, die Luft, oder alles war Wasser. Da wir einen lange Schlag vorhaben, werden Hasenbrote gemacht. Der Wind wie vorhergesagt 4Bft aus SE. Gut! Mit Volltuch machen wir 7 kn über Grund, wobei wir die Großschot über die Backbordwinsch führen, da zu viel Druck drauf ist, um sie aus der Hand zu fahren. 

Freier Seeraum ist ein erhöhter Freiheitsgrad, bedeutet aber auch, dass wir definitv raus sind aus den Skären und damit unseren Blick wieder gen Heimat richten. Die Frau Kapitän gibt eine Runde Kirschen aus. Wir reiten nicht nach Laramie, sondern nach Anholt. See wieder bis 2m, und als der Wind auf 6 Bft zulegt, kommen wir mit gerefftem Groß nicht weniger gut voran als vorher, können das Schiff aber besser steuern. Die Seen schlagen das Heck rum, Raumwindkurse sind Schlingerkurse, heute so zwischen 210 und 270°. Als die Frau Kapitän das Ruder übernimmt, macht der Herr Kapitän es sich in Lee lang und schlapp gemütlich: "Da fehlt nur noch die Muttermilch!" 

Wir nehmen die Abkürzung nordwestlich von Anholt und kommen im Hafen an, als der Wind sich gerade eine Atempause gönnt. Bei Ankunft: Hasenbrot... Am Abend brist es wieder auf, nachdem wir das Wichtigste schon erledigt haben: baden, Abenbrot essen und mit einem köstlich hefigen, kühlen [Kremeng] anstoßen. Nun erkennen wir auch die vielen Lücken im Hafen — die Reihen haben sich schon stark gelichtet — Nachsaison.  Von außen kommend sieht der Hafen aber gepackt aus, und man muss sich in die Schlingel reintrauen. Zum Nachtisch genießen wir das Heulen des Windes und die Verdunkelung des Himmels aus Süden. 

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