Donnerstag, 14. August 2014

"Sailing for Jesus"



Kungshamn nach Astol, Dienstag, 29. Juli 2014
Ein Schiff als Lebensraum zu bewohnen fühlt sich ganz anders an als zuhause. Recht schnell prägt sich ein inneres Bild vom Raum, weiß man auswendig, wo sich die Dinge befinden und wie sie sich am besten handhaben lassen. Auf so engem Raum muss man sich unmittelbarer zurechtfinden als daheim. Vielleicht, weil man alles ständig braucht und bewegt. Was immer man macht, alles muss jederzeit zu Ende gedacht und getan werden. "Halbe Sachen" rächen sich durch Bruch, Verlust, oder Scheitern. 

Heute lassen wir uns mal nicht treiben. Wir haben uns etwas mehr Strecke vorgenommen als sonst in letzter Zeit (ca 35sm). Der Wind kommt hauptsächlich aus der Richtung, in die wir wollen, irgendwas zwischen westlich und südlich, und auf See haben wir einen halben Meter Dünung. Wo unser Kurs nach SE verläuft wunderbares Segeln, allerdings für enge Skärendurchfahrten zu schnell. Unser Heinz hat viel zu tun, insgesamt motoren wir 5 von den 7 Stunden, die wir unterwegs sind. Wieder begegnen wir der Yacht mit dem größten Sendungsbewusstsein ever, "Sailing for Jesus", und wir brechen automatisch zunächst in Gesang, dann in herzliches Gelächter aus. 

Im Hafen von Astol weist uns der Hafenmeister höchstpersönlich einen Platz längsseits einer 50 Fuß Sunseeker Motoryacht an. Danke. Der Tag war anstrengend, zu viel Sonne und Fahrtwind im Gesicht. Da hilft nur tunken beim Walrücken (ein glatter Felsen, der mitten in der Badestelle zwischen der offenen See und der schmalen Bucht liegt). Hier ist heute ordentlich Brandung. Tut gut.

Ansonsten haben wir in diesem Breitengrad nicht mehr das offene, weite Skagerrak vor der Nase, sondern befinden uns (im großen Maßstab betrachtet) in Abdeckung von Jylland / DK.  Nun müssen wir nicht mehr die ruppige Skagerrakdünung gewärtigen, sondern nur noch die steile Kattegatwelle...

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