| Strömstrad Front |
Montag, 21. Juli 2014, Skjaerhalden nach Strömstad
Wir verlassen den geschäftigen Hafen ohne sanitäre Anlagen, mit langen Wegen und Rollkoffertouristen. Zurück nach schwEden! Zunächst wollen wir dem winzigen Skärenhafen Ramsö südwestlich von Koster eine Chance geben, der Hafen soll laut Handbuch "landschaftlich und kulturell" besonders reizvoll sein, und das stimmt auch. Eine sehr schnuckelige und eigenwillige Atmosphäre schlägt einem schon beim Hineinfahren entgegen, geschützt, eingebettet in die Felsen das kleine Becken. Die Menschen sind hier auch auf eine besondere Art entspannt, vermutlich weil sie schon "gelandet" sind. Aber mit uns wirds nichts. Der Hafen ist so voll, dass wir gerade mal auf dem Teller drehen können. In Kyrkosund etwas weiter südlich siehts nicht viel besser aus. Hochsaison.
Unterwegs liegt die von den unkundigen Händen der Frau Kapitän eilends (nur spaßeshalber) herausgeholte und nur notdürftig wieder verstaute Angel mit Mörderhaken im Technikraum rum. Das geht gar nicht. Was für eine Schnapsidee, mal eben die Angel rauszuhalten, um was essbares zu fischen, wenn man nicht mal weiß, wie das Ding zu handhaben ist! Zwar muss gegessen werden, aber zuerst muss der Umgang mit Werkzeugen in Ruhe (also nicht in Vorbeifahrt) erlernt werden, denn unterwegs sein heißt aufmerksam sein, ständig für irgendwelche Manöver bereit sein, wie z.B. ein Ausweichmanöver für einen Trawler beim Fischfang. Sein schwarzes Tagzeichen sind zwei Dreiecke mit den Spitzen aufeinander, wie bei einer Westtonne. Im Fernglas wird erkennbar, dass achtern ein Netz ins Wasser hängt, das zu überfahren wahrlich verhängnisvolle Folgen haben kann.
Im Hafen von Strömstad ist Hard-Core-Entertainment angesagt. Wie aus Lachkonserven schallt es von der Hafenmeile rüber. Menschen quatschen durcheinander, Bestecke klappern auf Geschirr, Kinder schreien, und jedes Restaurant wartet mit einer eigenen Unterhaltungsnummer auf. Alles geschieht natürlich — wie im richtigen Leben — gleichzeitig. Die Sonne brennt und blendet, bis sie gnädig hinter den Bäumen verschwindet, während wir in der Rögeriet mit Blick aufs Wasser ein Abendmahl zu uns nehmen. Eine Kirchenglocke schlägt 23:00. Unsere Welt ist ein-Boot-am-andern...
Wind:
- NNE 2, abnehmend NE 1, zunehmend NW 3-5 Bft
Und sonst:
- Erkenntnis des Tages: Mit dem Schiff unterwegs sein heißt, dass man "nie nich" was auf die Schnelle (nur aus Daffke) machen darf...
- seltsamen Geräuschen müssen wir auf den Grund gehen (Motorschraube dreht unter Segeln mit, Dock noch draußen? usw.)
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