| "Was kucksu!?" |
Von Magerö nach Skjaerhalden, Sonntag, 20. Juli 2014
Unser Track auf dem Plotter ist wiederum eine schöne, diesmal etwas dichtere Kritzelzeichnung, vom Winde gemalt. Der Anker hat gehalten, obwohl der Wind sich über nacht einmal um sich selbst gedreht hat...
Die norwegischen Seekarten sind und bleiben eine Herausforderung für uns. Detailkarten fehlen, der große Maßstab lässt uns oft rätseln. Unser N&V-Satz ist besser zu lesen, aber trotzdem nicht voll befriedigend, und auch unser Plotter, obwohl gerade mit aktuellen Karten bestückt, hilft uns teilweise nicht weiter. Den Herrn Kapitän zieht es nach Schweden zurück, wo er die Karten nicht lesen können muss, da er dort auch im Schlaf navigieren kann :-) Wir versuchen noch, in dem schnuckeligen Skärenhafen Nordre Lauer anzulanden, stellen aber fest, dass er für unsere Größenordnung zwar tief genug, aber zu klein ist, wie ein Kinderschlafanzug, der in der Wäsche immer länger und schmaler geworden, aber nach fünf Jahren trotzdem zu kurz ist. Die Heckbojen gehen nicht mal bis zu unserer Mittelklampe... Schade. So landen wir in Skjaerhalden, und das ist "schlimmer als St. Peter Ording!" Der Hafen ist extrem geschäftig, mit Fährverkehr und Urlaubern, die Rollkoffer hinter sich herziehen. Aber wir haben hier eine feste Pier und sinds zufrieden, nach dem Stress durch grelles Sonnenlicht gegenan und die seltsamen Anweisungen des Hafenmeisters auf Nichtenglisch. Zur Belohnung genießen wir in einem Hafenrestaurant die freundliche Bedienung einer Schwedin mit rumänischen Wurzeln. "How did you find out!"
Zurück an Bord gibt es zu später Stunde gegenüber unseres Liegeplatzes am selben Steg noch Hafenkino. Der Film heißt: "Drei Sirenen". Die Handlung ist schnell erzählt: Drei frühreife Früchtchen (manchmal nur zwei, je nachdem wer das Schnick Schnack Schnuck auf norwegisch gewinnt/verliert), also diese Früchtchen springen etwa alle dreißig Sekunden kreischend von ihrem etwa vier Meter hohen Familienmotorboot ins Wasser. Wenn sie dem Wasser triefend entsteigen, schimmert die Haut im nächtlichen Zwielicht kupferfarben. Die rythmischen Sprechgesänge, mit viel Twang in den hohen Stimmen vorgetragen, sind betörend durch ihr Drängen und die stete Wiederholung; unbemerkt hört das atemlose Kichern, die kindliche Erregung irgendwann auf. Wilde Schafe! Hinter uns liegt ein Kahn namens "Marie".
Wind:
NNE 2, später E 3-4 Bft, nachts abnehmen 1
Und sonst:
- Warum winken wildfremde Menschen in Vorbeifahrt einander zu?
- Um 14:30 messen wir Wassertiefe 460m!
- Sonntags kein Alkoholverkauf whatsoever! (Im Supermarkt muss der Herr Kapitän die Dose Bier (2,8 Umdrehungen) wieder abgeben, die er aus den Regalen gefischt hat... Hng.
| Diese Sorten der Wasserspezies gibt es hier... |
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