Mittwoch, 23. Juli 2014, Nickelbykilen nach Langeskär, mit Heckanker am Felsen
Sich treiben lassen ist nicht so leicht, vor allem, wenn Zwei es zusammen betreiben wollen. Die ersehnten Väderöarna sind weit, wir können uns nicht recht entscheiden. In Vorbeifahrt geben wir dem kleinen Skärenhafen Ramsö eine zweite Chance, drehen aber auf dem Teller wieder um.
Auf See stellen wir fest, dass wir nicht den Durchschnitts-, sondern den Spitzenwind von der Vorhersage haben (3-4 Bft), was die Auswahl der Ankerplätze nochmals einschränkt. Da bleibt nichts anderes, als zunächst einmal einfach das Segeln zu genießen.
Als wir von See kommend Richtung Havstensund abbiegen, nehmen wir zwecks Geschwindigkeitsreduktion und besserer Sicht die Fock weg. Eine schöne Durchfahrt, die wir still auskosten. Vom letzten Klopper aus biegen wir gleich nach Westen ab auf Langeskär, wo es fest installierte Haken gibt, die doppelt belegt werden können. Freundliche Nachbarn nehmen Leinen an und beruhigen uns: Nachts soll auch der Wind sich schlafen legen. Der Herr Kapitän taucht ab ins kühle Nass und wird sogleich Mitglied des vorbeiziehenden Fischschwarms.
Rundum hängen Schiffe am Felsen oder in der vorgelagerten Bucht am Anker. Eins wird deutlich: Alles hängt von allem ab :-) Das Wasser ist die einzige mögliche Abkühlung, alle paar Sekunden gleitet oder springt jemand kopfüber hinein. Alles was Spaß bereitet wird für die Kurzweil hergenommen, und wenn es nur eine gestrandete Plastikkiste ist. Sie dient einem lustigen Schweden als Rutsche — eine Riesengaudi für alle. http://youtu.be/wnkYUOi01Po
Unser Spaziergang über die Skäre zieht sich unter der gnadenlosen Sonne. Wir müssen umkehren, wenn wir keinen Hitzeschlag erleiden wollen. Seeschwalben tauchen sich ihr Abendbrot aus dem Wasser. Und die Sonne unterteilt nach ihrem Untergang den Horizont in einen kleinen warm-roten und einen größeren kalt-blaugrauen Sektor. Das abendliche Kontrastprogramm.
Wir unterhalten uns mit den schwedischen Nachbarn an backbord; sie empfehlen uns weitere Naturschönheiten, und wir erzählen von unserer bisherigen Reise nach Norwegen. Während wir so reden, fällt auf, dass Schweden und Norweger einen Konkurrenzkampf laufen haben: "Everything's bigger in Norway", wirft die Frau Kapitän provozierend ein. Die Reaktion des schwedischen Skippers kommt prompt: "Oh no! That's NOT TRUE!"
Wind und Wetter:
- WSW 2, zunehmend W 3-4 Bft
- Baro zeigt 1021 hPa
- nachmittägliche Wassertemperatur 22,4°C
- Das Salz brennt nach dem Baden unter den Fingernägeln
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen